Mit dem Umzug des kompletten Mainframe-Rechenzentrums von Bamberg nach Magdeburg startete T-Systems ein wichtiges Teilprojekt der Konzernstrategie der Deutschen Telekom zur Kostenoptimierung. In dem Projekt sollen die zwölf Mainframe-Standorte der T-Systems auf fünf Zielstandorte konsolidiert werden. Ein wichtiges Arbeitspaket ist der Plattendatenumzug. Dabei sind insgesamt über 100 TB Plattendaten über große Strecken möglichst ohne Unterbrechung des Online- Betriebes sicher zu transferieren.
Umzug per Knopfdruck
Für T-Systems konzipierte COMPAREX zusammen mit ihrem Partner CNT eine schnelle und sichere Umzugslösung für große Datenmengen über das Netz. Das Wesentliche bei diesem Konzept ist, dass die umzuziehenden Datenbestände asynchron und parallel zum Online-Betrieb gespiegelt werden. Während des sukzessiven Datentransfers über breitbandige Netzverbindungen kann der Produktionsbetrieb somit ungehindert weiterlaufen. Das Transport- und Sicherheitsrisiko eines traditionellen physischen Umzugs „zu Fuß“ ist damit vermieden. Das Umschalten der Plattendaten zum neuen Standort geschieht in wenigen Minuten, sozusagen per Knopfdruck.
Das Konzept
Das Konzept wurde bereits in zwei der geplanten Umzüge von T-Systems übernommen und hat seine Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Über 40 TB geschäftskritische Kundendaten der Deutschen Telekom sind reibungslos und für die Anwender unbemerkt übers Netz an die neuen Standorte Magdeburg und Göppingen „umgezogen“.
„Dieses Datenumzugs-Konzept hat uns schnell überzeugt. Die bisher üblichen RZ-Verlagerungen waren stets mit hohem logistischen Aufwand verbunden und machten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen und Offline-Zeiten notwendig. Bei diesem zu transferierenden Datenvolumen und den gesetzten Zeitrestriktionen ist diese Umzugsmethode die ideale Lösung“, so das Fazit von Ulrich Brehm, Gesamtprojektleiter bei T-Systems. Voraussetzungen für diese neue Vorgehensweise waren umfangreiche, mehrere Monate andauernde Vorbereitungen. Netzkapazität, Protokollkonverter sowie die Infrastruktur zur Steuerung und Überwachung des Transfers mussten dimensioniert, und implementiert werden.
Die gesamte Infrastruktur zum Datenumzug wurde vom Projektteam des COMPAREX Global Service und von T-Systems zuvor unter Betriebsbedingungen getestet. Ulrich Brehm ist von der Zuverlässigkeit dieser neuen Methode überzeugt: „Selbst ein partieller Leitungsausfall während des Probebetriebs beeinträchtigt den Gesamtzeitplan nicht. Bei der gewählten Auslegung der Komponenten und der Dimensionierung der Caches der Plattensteuereinheiten setzt sich die Übertragung einfach an der Stelle fort, an der sie zuvor unterbrochen wurde. Der Lenkungsausschuss für unser Projekt war aufgrund der Vorbereitungen des gesamten Projektteams schon vor dem Umzugswochenende überzeugt, dass alles reibungslos verlaufen würde.“
Im Einsatz
Die beiden bisherigen Umzüge liefen weitgehend nach derselben Methode ab. Die Anwendungsdaten wurden bereits vor dem „eigentlichen“ Umzug gespiegelt. Als Verbindung dienten mehrere ATM-Leitungen mit einer Übertragungskapazität von je bis zu 155 Mb/s. Zur Netzanbindung kamen Datenumsetzer vom COMPAREX Partner CNT zum Einsatz. Kurz vor Abschaltung des Betriebes im Ursprungsstandort wurden noch die letzten Änderungen des Datenbestandes über das Netz synchronisiert. Nach dem logischen Netzwerkschwenk und den Tests konnten in weniger als 24 Stunden alle Applikationen am neuen Standort wieder für die normale Produktion freigegeben werden. Während des gesamten Umzugs wäre im Notfall der Wiederanlauf am Ursprungsort möglich gewesen.
„Datenumzüge dieser Art setzen eine enorme Teamleistung voraus. Verschiedene T-Systems Abteilungen, unterschiedliche Hersteller und der COMPAREX Global Service haben hervorragend zusammengearbeitet. Wir planen weitere Umzüge nach diesem erfolgreichen Konzept“, bestätigt Manfred Teumer, zuständiger Leiter der Systemline Mainframe bei T-Systems. Das bewährte Konzept bietet COMPAREX in Form eines Komplettpakets für Umzüge großer Datenmengen an, beispielsweise bei Kopplung von Rechenzentren zum Zwecke des Katastrophenschutzes oder bei Unternehmensfusionen, bei Anbindung von Rechenzentren an IT-Outsourcer oder bei Übertragung großer Datenmengen vom Entwicklungs- zum Produktionsstandort.