Seit langem plante die Raiffeisen Bausparkasse die Erneuerung ihrer Kernapplikation zur Abwicklung von zwei Millionen Bausparverträgen mit einem Gesamtvolumen von etwa 5,4 Milliarden Euro. Doch im Herbst 2001, knapp ein Jahr vor dem geplanten Abschluss der umfangreichen Entwicklungsarbeiten für die Software IT++ kam die Nachricht über die Einstellung der verwendeten System-Plattform Numa-Q. "Wir erkannten rasch, dass eine Migration auf eine neue Plattform notwendig ist", so der Projektleiter Sepp Stadler. "Und es macht ja keinen Sinn, eine neue Software auf einem alten System zu entwickeln." Außerdem sei absehbar gewesen, dass wichtige System-Komponenten wie Compiler, Datenbank, Transaktions-Monitor oder Entwicklungsbibliotheken auf der auslaufenden System-Plattform nur mehr eingeschränkt unterstützt werden würden.
Sämtliche Kapazitäten waren zu diesem Zeitpunkt - Ende 2001 - im Entwicklungs-Projekt IT++ gebunden. "Wir entschieden daher, die Errichtung der neuen Infrastruktur und die Migration von IT++ auf die neue Plattform als Gesamtprojekt auszuschreiben und einen Generalunternehmer zu suchen", erzählt Stadler.
Der Zeitdruck war extrem groß, bestätigen alle Beteiligten. Die Ausschreibung, die im Jänner 2002 erfolgte, enthielt daher sehr klare Spielregeln und genaue Zeitpläne. Stadler: "Wir wussten, dass wir nur mit einer so strukturierten Ausschreibung den Termin würden halten können". Bis zum Sommer 2002 war die neue Infrastruktur zu errichten und die zu diesem Zeitpunkt aktuelle IT++-Version zu migrieren. Ab August 2002 sollte die Entwicklung ausschließlich auf dem neuen System laufen, die Entwickler mussten also parallel entsprechend eingeschult werden.
Von den insgesamt vier IT-Infrastruktur-Anbietern fiel schließlich Ende Februar 2002 die Entscheidung auf COMPAREX mit Sun Solaris. "Wir hatten nur bei COMPAREX das Gefühl, dass unsere Bedürfnisse richtig verstanden werden", berichtet Stadler. Schon in der Angebotsphase hätte COMPAREX höchste Professionalität gezeigt und sich von Beginn an auf die Spielregeln eingestellt. Die Techniker des IT-Dienstleisters hätten zur Einschätzung der Dimensionen die richtigen Fragen gestellt. Ein kluger Schachzug sei gewesen, dass Rougewave als Subunternehmer hinzugezogen wurde. Die Raiffeisen Bauspar-Applikation IT++ wurde auf Basis der C++
-Bibliotheken aus der Rougewave Entwicklungsumgebung SourcePro entwickelt. Damit war sicher gestellt, dass COMPAREX gemeinsam mit Rougewave die Migration von der Sequent-Plattform auf die Sun-Solaris-Plattform professionell und zuverlässig werde durchführen können.
Ein weiteres Entscheidungskriterium sei der Preis gewesen. "Bei der Hardware gab es naturgemäß kaum Differenzen", so Stadler, "in den Dienstleistungs-Positionen war COMPAREX jedoch deutlich günstiger als der Mitbewerb". Dafür gebe es zwei wesentliche Gründe:
- Projekt-Kompetenz: COMPAREX kennt als ehemaliger Sequent-Distributor und als einer der größten heimischen Sun-Distributoren beide System-Umgebungen sehr gut und konnte daher den notwendigen Aufwand für die Plattform-Migration gut einschätzen. Für die Software-Migration wurden die Profis von Rougewave engagiert, die ihrerseits seriöse Preis- und Zeitkalkulationen machen konnten. Außerdem habe COMPAREX dank der eigenen Expertise für dieses Projekt mit Sun und Rougewave nur zwei Subunternehmer zu managen gehabt, was eine schlanke und effiziente Abwicklung sicher stellte.
- Flexibilität beim Wartungsvertrag: COMPAREX hatte angeboten, sämtliche Sun-Installationen innerhalb des Raiffeisen-Konzerns in Wien zu einem gemeinsamen Wartungs-Vertrag zusammen zu fassen. Auf diese Weise sei ein für alle Beteiligten sehr attraktiver Preis erreicht worden.
"Die guten Erfahrungen der Vergangenheit waren selbstverständlich auch ein Vorteil für COMPAREX", beschreibt Stadler seine Überlegungen vor der Auftragsvergabe weiter. "Zusätzlich zur optimalen Erfüllung der Ausschreibungskriterien sprach alles für COMPAREX. Uns gefällt einfach die Kundennähe der COMPAREX-Mitarbeiter und die Handschlag-Qualität von COMPAREX-Geschäftsführer Dr. Klaus Elsbacher", so Stadler.
"Während der fünfmonatigen heißen Phase des Projektes lief alles mit höchster Professionalität ab", erinnert sich der Projektleiter des IT-Dienstleisters, Thomas Zimmel, denn das erfahrene Projekt-Team sorgte dafür, dass die zum Teil erheblichen, aber für ein Projekt dieser Größenordnung üblichen Schwierigkeiten nicht zu Problemen für den weiteren Verlauf wurden.
Während im Rechenzentrum der Raiffeisen Bausparkasse noch Platz für die neuen Server gemacht wurde, baute COMPAREX das Sun-System schon in eigenen Räumlichkeiten auf, damit die Techniker der Raiffeisen Bausparkasse die neue Plattform kennen lernen konnten. Sepp Stadler lobt die Umsichtigkeit der Projekt-Manager seines Lieferanten: "COMPAREX hat das Risiko dieses Projektes gesehen und rechtzeitig die entsprechenden Ressourcen bereit gestellt". Bis Juni 2002 wurde die neue Hardware, zwei Sun-Fire 6800, in die bestehende LAN- und SAN-Infrastruktur integriert. Die System-Umgebung, basierend auf je zwei Unix-Domänen verbunden durch einen Veritas-Cluster, wurde aufgesetzt. "Die Herausforderung dabei war", so Zimmel, "dass alle bestehenden Systeme weiterlaufen mussten und die neue Hardware in ein bereits bestehendes Storage Area Network (Hitachi Storage, Magstar Laufwerke) zu integrieren war". Pro Tag gibt es rund 300.000 Datenbank-Zugriffe, die während der Migrations-Phase keinesfalls behindert werden durften.
Stolz ist Zimmel, dass er und seine acht Projekt-Mitarbeiter von COMPAREX-Seite sämtliche Meilensteine eingehalten haben und Mitte August 2002 ein fertiges System übergeben wurde, auf dem die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Entwicklungs-Version von IT++ lief.
Zufrieden mit dem Projektverlauf ist auch der Systemverantwortliche und stellvertretende Projektleiter der Raiffeisen Bausparkasse, Franz Zsivkovits: "Alle Tests liefen optimal ab", berichtet er, "die Generalprobe im November für die Umstellung des kompletten Systems lief sogar in bloß vier Tagen ab. Gerechnet hatten wir mit sieben."
Pünktlich am 1. März 2003 startete die Raiffeisen Bausparkasse den Vollbetrieb mit ihrer neuen Kernapplikation IT++. COMPAREX errichtete in nur fünf Monaten parallel zum laufenden Betrieb eine neue Infrastruktur und migrierte die Software auf die neue Plattform. Sepp Stadler wurde in seinem Gefühl bestätigt: COMPAREX versteht die Bedürfnisse der Kunden und richtet sich danach.
Raiffeisen Bausparkasse - Seit 20 Jahren Marktführer
Die 1961 gegründete Raiffeisen Bausparkasse ist das Spezialinstitut für Wohnbaufinanzierung innerhalb der Raiffeisen Bankengruppe. Die Eigentümer der Raiffeisen Bausparkasse sind die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG und die acht Raiffeisen Landesbanken in ganz Österreich. Das Unternehmen hat 357 Mitarbeiter und verfügt über ein Distributionsnetz von 2.400 Raiffeisenbankstellen mit mehr als 20.000 umfassend geschulten Mitarbeitern.
Dank des breiten Distributionsnetzes eroberte die Raiffeisen Bausparkasse innerhalb von zwei Jahrzehnten den Spitzenplatz unter den fünf österreichischen Bausparkassen und ist seit Anfang der achtziger Jahre der unangefochtene Marktführer.
Seit dem Gründungsjahr flossen rund 17 Milliarden Euro an zinsgünstigen Bauspardarlehen in die Schaffung, Erhaltung und Verbesserung von Wohnraum und haben dazu beigetragen, Wohnraum für mehr als eine Million Menschen zu schaffen. Derzeit werden fast 2 Millionen Bausparkonten im Bausparzentrum in Wien betreut, darüber hinaus hält die Raiffeisen Bausparkasse Auslandsbeteiligungen in Tschechien, Kroatien und der Slowakei.