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Pensionsversicherungs-Anstalt - Konsolidierte Storage-Infrastruktur
 
 

Ab Jänner 2003 wird es ernst mit der Fusion der beiden großen österreichischen Pensionsversicherungs-Anstalten - nämlich die der Arbeiter (PVArb) und jener der Angestellten (PVAng) - zur vielkommentierten PVA. Die PVAng hat ihr Rechenzentrum seit Einführung der EDV-Unterstützung 1960 stets mit der jeweils aktuellen und zukunftsweisenden Technologie ausgestattet. Daher sehen sich die verantwortlichen IT-Manager jetzt gut gerüstet für die Herausforderungen der kommenden Fusions-Jahre.

“Wir sind gerüstet, um weitere serverbasierende Applikationen auf diesem hochsicheren und performanten System einzusetzen."
STV. DIR. BRUNO HORVATH

Fit für die Fusion

Ausfallsicherheit, Leistungsfähigkeit und einfaches Systemmanagement sind die Kernthemen einer 1995 entwickelten Strategie für die IT-Infrastruktur der PVAng. “Wir haben uns damals entschlossen, eine Strategie mit einem Rechenzentrum an zwei Standorten zu entwickeln" berichtet der stellvertretende Direktor des Geschäftsbereiches EDV/ORG, Bruno Horvath. Konkret wurde ein Sysplex-Verbund mit dem Großrechner des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger (HVSV) errichtet, der durch eine Koppelung der beiden IBM-Hostsysteme einen Lastenausgleich und eine gegenseitige Ausfallsicherheit bietet.
Im Jahr 1998 gab es eine Ausschreibung zur Beschaffung von Plattenspeichern für die Host-Systeme der PVAng und des HVSV mit der Zusatzanforderung, dass in den angebotenen Produkten optional die Möglichkeit zur Anbindung von offenen Systemen enthalten ist. “Das war also eine vorausschauende Ausschreibung für etwas, das später sehr erfolgreich implementiert worden ist" ergänzt Wolfgang Linortner, der als zuständiger COMPAREX Account Manager das Ausschreibungs-Projekt betreute, das sein Unternehmen als Bestbieter gewann. Mitte 1998 wurde ein COMPAREX Storage-System installiert, das wie der Sysplex-Verbund eine vier Kilometer lange Lichtwellenleiter-Verbindung zwischen dem Rechenzentrum der PVAng im 2. Bezirk und dem des HVSV im 3. Wiener Gemeindebezirk nutzt. Die beiden IBM-Hosts hängen seit dem an einem gemeinsamen Storage-System, das die geschäftskritischen Daten der beiden Versicherungs-Anstalten zeitgleich spiegelt. “Wir haben damit die höchstmögliche Ausfallsicherheit und können innerhalb kürzester Zeit die Betriebslast von einem auf den anderen Rechner legen, wo sofort die aktuellen Daten zur Verfügung stehen" beschreibt Horvath die Möglichkeiten der COMPAREX-Storageinstallation. Nachdem die PVAng aufgrund der Ausschreibung die Basis-Infrasturktur schon hatte, wurde nach geringfügigen Systemerweiterungen ein Storage-Area-Network (SAN) auch für die offene Systemwelt geschaffen. Neben dem Sicherheits-Effekt hat das auch positive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit, wie der Hüter des EDV/ORG-Budgets, Roland Aumayr bestätigt: “wir benötigen jetzt nicht mehr für jede Erweiterung teure Platten-Einschübe sondern geben einfach zusätzlichen Speicherplatz im Storage-System frei".

Partnerschaftliche Betreuung von COMPAREX

Die PVAng baute 2000 also eines der ersten größeren SANs in Österreich und konnte dabei von der Erfahrung, die COMPAREX bei der Errichtung des aller ersten SAN bei der ÖBB gemacht hatte profitieren. Konzipiert wurde das Storage Area Network in einer Arbeitsgruppe, in die Mitarbeiter des Versicherers  unter der partnerschaftlichen Betreuung von COMPAREX eingebunden waren.
Der Leiter des Rechenzentrums der PVAng, Wolfgang Tichatschek, über die aktuelle Nutzung der Storage-Infrasturktur: “Wir verwalten zur Zeit etwa zwei Terabyte an Daten. Die stammen vom IBM-Großrechner und von rund 30 Servern". Am Host laufen die Kernapplikationen der PVAng, durch die Daten von rund 1,5 Millionen Versicherten, davon etwa 650.000 laufende Geschäftsfälle, verwaltet werden. Das HR-Modul der SAP/R3 und die Bürokommunikation auf Lotus Notes stellt das Backoffice für die rund 3.000 Mitarbeiter dar. Rund zwei Drittel der Kapazität sind aktive, operative Daten. Die SAN-Infrastruktur deckt nicht nur den Bedarf der zentralen Verwaltung in Wien sondern auch jenen der direkt über einen Netzverbund angeschlossenen acht Außenstellen in den Bundesländern ab.

Vorreiter-Rolle für PVAng

“Mit dieser Infrastruktur haben wir in Österreich eine Vorreiter-Rolle", die Storage-Architektur, die hier geschaffen wurde, sei “State-of-the-Art". Den Schritt zur Konsolidierung, den viele Unternehmen jetzt erst planen, habe die PVAng schon lange realisiert, ergänzt Linortner, denn die Verantwortlichen im Rechenzentrum hätten frühzeitig erkannt, dass in der Zentralisierung der Daten ein hohes Potential liege.

Performancesteigerung und Datensicherheit bei kalkulierbaren Kosten sind ein Vorteils-Bereich eines zentralen Storage-Systems. Ein weiterer Nutzen für die PVAng ist der nun mögliche Drei-Schicht-Betrieb wobei in der Nachtschicht von 22 Uhr bis sechs Uhr früh das Rechenzentrum operatorlos läuft, “früher mussten wir nach der zweiten Schicht die Systeme herunterfahren, jetzt ist ein 24-Stunden-Betrieb möglich" sagt dazu Horvath.


Die bevorstehende Fusion mit der PVArb ist in der heißen Vorbereitungsphase. Die Kernapplikation der Pensionskassen-Verwaltung soll laut aktueller Planung von der bestehenden Applikation der Arbeiter übernommen, die Backoffice-Anwendungen in die Systeme der PVAng integriert werden. Das bedeutet, dass die Verwaltung von etwa 3.500 zusätzlichen Mitarbeitern organisiert werden muss. “Damit sich die Server nicht wie die Schwammerln vermehren, werden wir die Notes-Applikationen auf den Host migrieren" beschreibt Tichatschek eine der Herausforderungen der kommenden Monate und sein Chef, Bruno Horvath ergänzt: “Wir sind gerüstet, um weitere serverbasierende Applikationen auf diesem hochsicheren und performanten System einzusetzen."

Die COMPAREX- Mitarbeiter stellten in der Zusammenarbeit mit der PVAng ihre Kompetenz bei der Konzeption und der Errichtung von Storage-Systemen unter Beweis und profilierten sich damit wieder einmal als IT-Architekten.

Zeittafel der EDV bei der PVAng

1958 Gründung der Lochkartenabteilung
1960 Installierung eines Rechners UNIVAC-UCT mit interner Programmierung, Lochkartenstanzer und Schnelldrucker. Eine der ersten EDV-Anlagen in Österreich.
1966 Anschaffung des Systems IBM 360/30, dem Urahnen der heutigen Groß-EDV.
1971 Einsatz der Programmiersprache PL-I, Umstellung der Datenerfassung auf das programmgesteuerte Erfassungssystem MDS
1974 Programmerstellung online mit VM/370-CMS unter Wegfall der Lochkarten auch für Programmerstellung und Systemsteuerung Umstellung des Betriebssystems DOS auf OS/VS1
1978 Einsatz des Anwendungssystems Pensionsdatenbank mit Erfassungsbelegen und deren Dateneingabe durch die Datenerfassungsgruppe im REZ 1981 Besiedelung des Hochsicherheits-REZ mit Schleuse, Klimatisierung, Doppelboden, schusssicheren Fenstern etc.
1982 Online-Eingabe für Kernanwendung
1987 Installierung EDV-System im Rehabzentrum in Großgmain als erstes der sechs Zentren
1992 Beginn der Vollausstattung aller Arbeitsplätze mit PC´s
1995 Automatisierte Jobablaufsteuerung und Consoloperating Nutzung des CNA für Datentransfer und Telefonie
1997 Kopplung der Großrechner des Hauptverbandes und der PVAng mit LWL im Sysplex-Verbund zur Realisierung von gegenseitiger Datenspiegelung, Backup, Lastausgleich (ein Rechenzentrum an zwei Standorten).
1998 Installation des Speicherplatten-Subsystems T2100 der Fa. COMPAREX mit einem Speichervolumen von 1.632 GB.
2000 Einrichtung eines SAN durch COMPAREX.