Max-Planck-Institut - Backup-Lösung für Forschungsinstitute

Die Max-Planck-Gesellschaft ist einer der Pioniere beim Einsatz von IT für Forschungsaufgaben. Um die Ausfallsicherheit zu steigern und die Kosten für Anschaffung und Wartung zu senken, haben zwölf Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft im BerlinBrandenburger Raum eine gemeinsame Backup- und Archivierungslösung implementiert.

„Bei COMPAREX passten die meisten Kassetten in den Schrank. Zudem war uns die Wartung der neuen Lösung sehr wichtig. Und von COMPAREX wussten wir, dass das Unternehmen eine kompetente Servicemannschaft besitzt“
GNZ-MITARBEITER

Beim Design der Lösung stand das Expertenteam der COMPAREX vor der Herausforderung, 15 verschiedene Betriebssystem-Plattformen mit über 600 Clients, über drei verschiedene Netzwerk-Topologien und unter Verwendung von zwei unterschiedlichen Backup-Medien (LTO- und DLT-Kassetten) zu einer homogenen Lösung mit einer Kapazität von bis zu 300 Terabyte zu kombinieren. Das zu sichernde Datenvolumen beträgt in der Anlaufphase circa 27 Terabyte mit stark wachsender Tendenz, beim täglichen Backup fallen zur Zeit im Schnitt rund 200 Gigabyte Daten an, die zwischen 22 Uhr und 8 Uhr gesichert werden.

Economies of Scale

Ende 2000 suchte das von zwei Max-Planck-Instituten betriebene Gemeinsame Rechenzentrum (GRZ) am Berliner Fritz-Haber-Institut eine neue Backup-Lösung. Für die zur Datensicherung benutzten knapp 600 DLT-Kassetten stand nur ein ATL-Tape-Roboter mit Platz für 48 Kassetten zur Verfügung.
GRZ-Mitarbeiter mussten daher die Bestückung der Library innerhalb einer Woche oft komplett tauschen. Der Aufwand für Backup und Restore stieg ständig.

Weil andere Institute der Max-Planck-Gesellschaft im Berlin-Brandenburger Raum ähnliche Kapazitätsprobleme hatten, entstand im GRZ die Idee, ein großes, zentrales Backup-System zu installieren, das allen Max-Planck-Instituten der Region Berlin-Brandenburg eine bessere Leistung zu geringeren Kosten bieten würde. In Gesprächen mit ihren Kollegen aus den anderen Instituten haben die Mitarbeiter des GRZ ihre Idee weiter reifen lassen, was auch unter anderem zur Umstrukturierung des GRZ in ein Gemeinsames Netzwerkzentrum (GNZ) führte.

Schnelles Netz macht zentrales Backup möglich

Das neue zentrale Backup- und Archivsystem, das im GNZ installiert wurde, ersetzt die bisher jeweils lokal vor Ort angelegten Backups und Archive der angeschlossenen Institute. Eine wichtige Voraussetzung für die Konsolidierung des Backup war die fortschreitende Vernetzung der Institute in Berlin und Brandenburg auf Basis von ATM und Gigabit-Ethernet.
Seit Februar 2002 arbeiten die Institute mit der neuen Lösung. Neben dem Tivoli Storage Manager als Backup-Software haben die Systemintegratoren von COMPAREX drei Hardware-Bausteine implementiert.

Als Server dient eine Sun SF 880, an die eine Speicherplatteneinheit Sun T3 ES mit 1.300 GB Kapazität angeschlossen ist. Der Bandroboter AML/J von ADIC bietet mit derzeit sechs Erweiterungsmodulen Platz für 3.000 LTO- und 300 DLT-Kassetten. Der Global Services der COMPAREX hat im Rahmen der Generalunternehmerschaft den Einsatz von mehreren Partnerunternehmen koordiniert, die Gesamtlösung erfolgreich in enger Zusammenarbeit mit den GNZ-Mitarbeitern implementiert und termingerecht übergeben.

Überzeugendes Angebot

An der europaweiten Ausschreibung beteiligten sich alle renommierten Hardware-Anbieter und Backup-Spezialisten. Der Zuschlag ging an COMPAREX, weil das Angebot des Systemintegrators unter Technik- und Preis/Leistungsaspekten die höchste Punktzahl erzielte und gleichzeitig die größte Speicherkapazität bot. „Bei COMPAREX passten die meisten Kassetten in den Schrank. Zudem war uns die Wartung der neuen Lösung sehr wichtig. Und von COMPAREX wussten wir, dass das Unternehmen eine kompetente Servicemannschaft besitzt“, erläutern die GNZ-Mitarbeiter.

Nach den bisherigen Erfahrungen sind die Anwender in den verschiedenen Einrichtungen sehr zufrieden mit der neuen Lösung. Mussten sie früher manchmal Tage auf ihre Daten warten, weil die Operateure mit dem Einlegen der Bänder nicht nachkamen, sind nun alle Backup-Daten online verfügbar.

In der Praxis bewährt

Die größte Herausforderung im Projekt bestand darin, die Schnittstellen der verschiedenen Bausteine abzustimmen. Offensichtlich hat sich der Einsatz gelohnt. Als im Mai 2002 ein mittelgroßer Fileserver crashte, musste eine Datenvolumen von rund 100 GB wieder hergestellt werden. „Das Recovery mit dem Tivoli Storage Manager war mit acht Stunden um Klassen besser als eine parallel verlaufende Wiederherstellung mit einer anderen Backup-Software“, betont ein GNZ-Mitarbeiter.

Das GNZ-Team ist gegenwärtig damit beschäftigt, die vorhandenen Kapazitäten des Systems zu nutzen und weitere Clientsysteme der anderen Institute anzubinden. Platz dafür ist ausreichend vorhanden: Von den 3.000 Kassettenslots sind gegenwärtig erst rund 700 belegt.

Als nächste Projektphase plant das GNZ die Spiegelung der Archivdaten mit einem anderen Rechenzentrum der Max-Planck-Gesellschaft.

Die Max-Planck-Gesellschaft

Die 1948 gegründete Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. ist eine unabhängige gemeinnützige Forschungsorganisation und beschäftigt an 80 Instituten rund 11.600 Mitarbeiter, davon etwa 3.200 Wissenschaftler. In Ergänzung zur Forschung an Hochschulen betreiben die Max-Planck-Institute natur-, sozial- und geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung. Die Finanzierung erfolgt zu etwa 84 Prozent aus öffentlichen Mitteln von Bund und Ländern. Der Jahresetat 2002 ist mit insgesamt 1.252,6 Mio. Euro angesetzt.




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